3. Januar 2019| 971 views

Vor vier Jahren war es nur eine fixe Idee, als Markus Holterhoff sein erstes eigenes Bananen-Weizen herstellte –in Omas Marmeladeneinkocher in der heimischen Garage. Heute betreibt er, wenn auch nebenberuflich, Dattelns jüngste Mikrobrauerei für den lokalen Bedarf. Mit abenteuerlichen Gerätschaften, wie Ina Fischer
(Text und Bild) staunend erfuhr.

Der 20-Liter-Topf von damals ist längst passé. Und auch in der
Garage am heimischen Dattelner Berg II ist längst kein Platz mehr für die Anlage, die Markus Holterhoff (38) inzwischen mit einer Tagesproduktion von bis zu 200 Litern Holterhopfen nutzt und mit Brau-Kumpel Tim Nowak aus Ahsen komplett selbst zusammen getüftelt hat.

Mal ganz davon ab-gesehen, dass das Motoröl direkt neben dem Braukessel nicht gerade appetitlich wäre und das Gesundheitsamt dem IT-Fachmann sicher schnell einen Strich durch die Rechnung gemacht hätte.

Denn seit 2018 betreibt Holterhoff ein kleines, aber feines Gewerbe für sein Craft-bier, muss fürr jedes Brauprojekt die Stammwürze beim Zollamt melden, und auch der Daumen des Gesundheitsamtes muss eben nach oben zeigen.

Ein bisschen Bestechung war nötig, um die Lizenz zum Brauen zu bekommen. Allerdings nur von Ehefrau Christina. Die musste nämlich ihren Waschkeller zur Verfügung stellen, bekam im Gegenzug aber einen Trockner und steht voll hinter ihrem Mann: „Klar ist das ein zeitintensives Hobby, aber in den sechs, sieben Stunden Brauprozess hat er auch immer mal Zeit für die Familie.


Und so hielten zunächst zwei ausrangierte Milchtanks, die Holterhoff über die Kleinanzeige eines Bauern gefunden hatte, Einzug in den Keller. Zu Braukesseln um-funktioniert sind sie längst das Herzstück der Mikrobrauerei, in denen Stammbiere wie Bayerisch Hell, India Pale Ale, Altbier und eben das Bananen-Weizen von einst geläutert werden.

„Selbst gestrickt und ganz ohne Chemie

Dann wendet er sich seiner nächsten „Erfindung“ zu –dem Glycolkühler, in dem untergärige Lager- und Keller-biere kühler und vergoren werden müssen, was bis zu zwei Wochen dauert und komplett ohne Chemie ab-läuft. Die Kühlspirale etwa stammt aus dem Solarbereich und ist mit einer Isolierschicht sowie einer von Omma genähten Stoffschicht sehr ansehnlich und liebevoll ummantelt.

Apropos Omma – das Inter-esse für das Brauerei-Hobby ist nicht zuletzt den familiä-ren Wurzeln zu verdanken. So betrieb Markus Holterhoffs Urgroßvater im sauerländischen Arnsberg früher einen florierenden Gasthof und schenkte dort natürlich den einen oder anderen Gerstensaft aus.

Den Ausschlag aber gab die Hochzeit eines befreundeten Paares in München. „Der Bruder der Braut hat als Geschenk ein eigenes Hochzeitsbier im heimischen Einkocher gebraut. Und das schmeckte auch noch“, sagt Markus Holterhoff rückblickend. Also hat er es selbst versucht, wie so viele andere Hobbys. „Doch hier bin ich hängen geblieben. Hier hat man ein fertiges Endprodukt und ein Erfolgserlebnis“, sagt er. Immer? Nicht immer.
Wie so oft heißt es beim Bierbrauen: lernen durch Ausprobieren. Mehrfach schon ist dabei was schief-gegangen. Mal war ein Schlauch abgeknickt, mal die

Quelle: Dattelener Morgenpost